Teilnahmslos wirkt die kleine Frau in ihrem Rollstuhl. Ungelenk und unsicher sind ihre Bewegungen, bei denen sie nicht weiß, wohin mit sich und ihrem Körper, der längst nicht mehr das tut, was sie möchte. Ihre Hände vom Alter gezeichnet, wulstig wie aufgebrochene Ackerschollen, umklammern ein imaginäres, seit Langem entschwundenes Bild. Mit leerem Blick schaut sie... Continue Reading →
Seemannsgarn
Tief hängen die Wolken über dem Meer. Brodelnd und schäumend bricht die See in turmhohen Wellen sich Bahn. Sturm drängt und schiebt mich bis ans Wasser hinunter und treibt mich mit Macht den Strand entlang. Vorbei an trotzig dreinblickenden Möwen, die sturmerprobt jeder Böe ihre Stirn bietend seelenruhig wie aufgereiht im aufgeweichten Sand ausharren. Vorbei... Continue Reading →
Herbstzeitlos
Die Promenade - wie ein schwarzer Tunnel liegt sie vor mir. Menschenleer um diese nachtschlafende Zeit. Das Leben hat sich nach drinnen verkrümelt. In kuschelige Wärme. Hinter dicke Vorhänge. Unter muschelige Decken voller Zweisamkeit. Der Vollmond trägt heute einen Hof, hängt im schwarzen Nichts wie ein blindes Spiegelei. Herbstzeitlos. Sanfte Wellen rauschen in mein Ohr.... Continue Reading →
Nachtrauschen
Nachtrauschen © Sandra Grüning Schlaflos liege ich in manchen Nächten wenn das Meer laut in mein Zimmer rauscht sich die Dunkelheit schwer in meine Träume schleicht wenn der Regen Erinnerungstropfen an meine Scheibe wirft als seien es kleine Steinchen die um Einlass bitten Schlaflos liege ich in manchen Nächten starre an die Decke an der... Continue Reading →
Aufatmen
"Ich habe verfluchte Lust, glücklich zu sein und bin bereit, Tag für Tag um mein Portiönchen Glück mit dumpfem Eigensinn zu feilschen!" (Rosa Luxemburg) Was ist Glück? Dem, der es für einen kurzen Moment eingefangen glaubt, den es auf Flügeln in Wohlfühlwunderwelten trägt, dem ermangelt es der Sprache, es in Worte zu fassen. Überreich ist... Continue Reading →
Großstadtrauschen
Jetzt liege ich hier. Auf dem Sofa. In einer Bar. Im Bauch dieser riesigen Stadt, die ich so sehr liebe und so sehr hasse. Sie hat mich verschluckt, mich einfach einverleibt wie ein gigantischer Wal. Mit Automatikgetriebe flugs reingeschwommen in das dichte Adergeflecht aus Straßen und Häuserschluchten. Maul auf und drinnen war ich. Und Andy... Continue Reading →
Zukunfts-Upgrade2.0
Das war's. Der Raum ist leer geräumt. Die Wände kahl geschoren. Stille liegt über diesem letzten Blick zurück. Übrig bleiben nur die vielen Erinnerungen, die diesem Ort Leben gaben. Zwei Jahre Leben und Arbeiten. Lieben und Hassen. Glück, Begeisterung, Kreativität, Selbstzweifel, Erwartungen, Schaffensgeist. Es waren einige der emotionalsten Momente, die ich hier erlebt und durchlebt... Continue Reading →
Frisch kommentiert