Tagessplitter 2020

28. Mai 2020

Knapp 70 Seiten Korrektur in Fachkauderwelsch. Mir schwirrt der Kopf. Buchstabensalat an verschwurbelten Wortbandnudeln. Nach solchen Konzentrationsmomenten fühle ich mich immer wie in einer Blase. Nichts dringt bis zu mir durch. Alles bleibt außen vor. Aber das Meer hat es geschafft, meinen Kopf wieder frei zu bekommen und die Welt um mich wieder zu spüren. Absoluter Luxus! Denn der Blick über Schaumkronenwellen schafft so viel mehr als Weite im Kopf und Glück im Herzen.

27. Mai 2020

Aus einer verrückten Laufidee wird ein schweißtreibendes Stundenvergnügen auf dem Blauen Wunder. Wunderbar ausgepowert, geht just gar nichts mehr. Kein Denken. Kein Schreiben. Nicht einmal Lesen. Ich war schon lange nicht mehr so groggy wie nach diesem Laufmützenbrückenstundenlauf.

26. Mai 2020

Es ist unglaublich, was eine Entscheidung für eine Energie freisetzt. Es ist, als hätte sie vor einer kleinen Weile den Korken aus der Flasche gesprengt. Ich habe noch nie so gern gearbeitet. Dass ich das einmal von einer Tagträumerin wie mir sage… Aber es ist wahr. Und je mehr ich schaffe, erschaffe, umso mehr träume ich und umso getriebener fühle ich mich, noch mehr zu geben. Aus purer Freude am Schreiben, an der Zusammenarbeit, an dem, was am Ende daraus entsteht. Ich habe so viel Zeit verloren!

25. Mai 2020

Was für ein Gewusel. Auf den Straßen, den Plätzen. Plötzlich ist allerorten wieder Leben. Als gäbe es kein Corona mehr. Ein Zustand, an den ich mich erst wieder gewöhnen muss und der mich nach so langer Zeit der Weite, Einsamkeit und Ruhe überfordert.

24. Mai 2020

Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, mit der Rasselbande Grüngewandeter wieder über die Insel zu laufen. Heute war es endlich so weit – nach zwei Monaten Corona-Abstinenz. Und es war, als sauge meine Seele die gemeinsamen Momente, das Erzählen und das Lachen wie eine Verdurstende gierig in sich auf.

23. Mai 2020

Mich mit jemandem auszutauschen, die so tickt wie ich, die ähnlich kreativ im Kopf ist, genauso verrückt, sensibel und anders ist, die so denkt wie ich und doch völlig verschieden, ist mir zu einer meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen geworden.

22. Mai 2020

Die Mittagspause mit Freunden bei Freunden verbringen. Herumalbern, lachen, es sich gut gehen lassen und einfach nur den Moment genießen. Warum kann das Leben nicht nur aus Mittagspausen bestehen?

21. Mai 2020

Unbeschwert und leicht. Der erste Sommertag am Meer. Die Füße tief im warmen Sand vergraben. Eine Salted Caramel-Ader durchzieht das Eis in meiner Hand und bringt meine Geschmacksnerven dazu, das Halleluja anzustimmen. Der Wind nimmt unser Lachen mit hinaus aufs Meer. Leben im Augenblick.

20. Mai 2020

Ich glaube, ich war schon lange nicht mehr so aufgeregt. Denn ich habe es gewagt, habe Emma nicht nur in die Hände meiner liebsten Kritikerin gegeben, die Emma liebt, sondern habe sie einer Frau anvertraut, deren Meinung ich sehr schätze. Jetzt rast mein Herz. Ich habe eine Riesenangst vor einem netten, aber vernichtenden Urteil. Werde ich vernichtet sein? Todtraurig? Oder werde ich jubeln? Selbstzweifel wechseln sich mit Zuversicht und Trotz ab. Die Zeit ist ein Folterinstrument.

19. Mai 2020

Wenn den ganzen Tag der Kopf raucht, Gedanken sich in Worten überschlagen, die Zeit wie ein beißender Hund hinter jedem Innehalten herjagt, ist das Schönste des Tages das Gespräch mit einem Herzmenschen. Verstehen, Inspirieren, Ergänzen. In Gedanken, im Fühlen, in der Sicht auf die Welt und das, was sie bewegt, der eigenen Seele so verwandt. Eine Nähe, wie ich sie selten bei einem anderen Menschen gefunden habe. Und plötzlich ist mein Kopf, mein Empfinden, meine Wahrnehmung ganz klar. Es sind diese Momente, für die ich in dieses Meer aus Gedanken und Worten eintauche, nur einen einzigen Augenblick dieser Klarheit zu erhaschen.

18. Mai 2020

Keine hundert Schritte! schimpft meine Bewegungs-App auf dem Äpfelchen heute mit mir. Den ganzen Tag an den Schreibtisch gefesselt, zählen Gedankenrunden in Endlosschleife wohl offenbar nicht als Bewegung.

17. Mai 2020

Kunst & Genuss – Dieser kleine Ort im Herzen des Dorfes ist zu einem wunderschönen Treffpunkt für Freunde geworden. Mein zweites Wohnzimmer. Wunderbar entspannend. Herzlich bei jeder Begegnung. Lang ersehnt. Jedes Lachen eine warme Umarmung. Doch erschreckend auch die Gedanken manch bekannter Menschen. Wie gehirngewaschen scheinen sie völlig vereinnahmt von obskuren Botschaften und Meinungen. Der eigene Verstand als Filter ausgeschaltet.

16. Mai 2020

Familientag. Feiertag. Alles redet durcheinander. Jeder hat Neues zu erzählen. Will in Erinnerungen schwelgen. Schenkt Geborgenheit. Lachen. Liebe. Und so vieles mehr. Manche Tage entlassen mich mit einem Himmel voller Träume und einem Herzen voller Dankbarkeit und Glück.

15. Mai 2020

Eigentlich war es heute ein absoluter Küstenkind-Tag. Neue Herausforderungen zeigen Vertrauen in meine Arbeit. Zuspruch, der mich wieder einen Schritt weiterbringt. Eigentlich… könnte ich mich freuen. Gäbe es da nicht diese Fehler in einem Auftrag. Sie kratzen an meiner Schreiberehre, schlagen Kerben in meinen Perfektionismus. Und da sind sie wieder, meine geliebten Selbstzweifel, die mir die Freude über das Schöne missgönnen.

14. Mai 2020

Das Eindrücklichste an diesem Tag? Ein Diamantglitzerspaziergang am Meer.

13. Mai 2020

Es ist frustrierend, wenn ich nicht so vorankomme, wie ich möchte und sollte. Da kommt leichte Panik auf, wenn ich mir die Aufgaben ansehe, die noch erledigt werden wollen. In solchen Momenten habe ich das Gefühl, als stünde ich mit den Füßen auf zwei auseinander driftenden Eisschollen.

12. Mai 2020

Ich kann es noch gar nicht fassen, noch nicht einordnen, denn es fühlt sich an wie ein Traum. Ein Gespräch ist ganz genau so verlaufen, wie ich es mir gewünscht habe. Unfassbar! Jetzt hoffe ich nur, dass ich mir das Richtige gewünscht habe.

11. Mai 2020

An manchen Tagen fühle ich mich – trotz wundervoller, motivierender, inspirierender Begegnungen, Gespräche, Nachrichten – kraftlos und leer. Dann habe ich das Gefühl, nichts zu schaffen. Dann sind die Zweifel am eigenen Können übermächtig. Kein Zuspruch, keine Begeisterung über das, was ich schreibe, dringt an solchen Tagen bis in meine selbstkritische Seele und vermag die Dunkelheit daraus zu vertreiben.

10. Mai 2020

Frühsommersonntag. Momente sammeln. Sonnenlicht einfangen. Unter alten Buchen singen. Worten lauschen, die tief berühren. Mit Freunden im Wohnzimmergarten in der Sonne albern. Träumen.

9. Mai 2020

Glückstage wie diese… Ein langer Strandspaziergang mit einem Herzmenschen, mit Flachs- und Flirtereien – ohne Ernst, dafür umso mehr Spaß. Lachen, Plauschen, Glücksgefühle mit Freunden in geselliger Runde und der besten Maibowle ever. Zum Abschluss ein neues Kapitel Emma an die beste Kritikerin geschickt. Mehr davon!

8. Mai 2020

Ich war noch nie so sehr bei mir, wie jetzt gerade, in diesen Tagen, diesen Momenten. Es ist ein großartiges Gefühl! Alles ist im Fluss. Soll genau so sein. Und ist doch so konträr dem Stillstand um mich herum. Völlig absurd. Doch ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, was mir derzeit alles Wundervolles passiert. Kann es gar nicht begreifen. Kismet?!

7. Mai 2020

Briefkästen sind wie eine Tombola. Immer für eine Überraschung gut. Oder für einen Schock in Form eines Briefes. Nein. Dreier Briefe. Die Kehle ausgetrocknet. Die Gedanken wie eine wildgewordene Herde Mustangs, galoppieren chaotisch durch meinen Kopf. Unaufhaltbar. Denk nach! Denk nach! Schreit es in mir. So schnell war ich nicht auf die Veränderung eingestellt. War ich das überhaupt bis jetzt? Hatte ich es bislang denn wirklich zugelassen? Jetzt hatte ich plötzlich keine andere Wahl, meinen Traum in die Hände zu nehmen. Manchmal braucht es einen gehörigen Stoß, manchmal mitten in den Magen, bis man anfängt. Auch wenn sich, dank eines Anrufes, einiges klären konnte, der Stein ist losgetreten.

6. Mai 2020

Was, wenn alles auf Grün steht, ich nur noch loslaufen müsste und mir ein Herzmensch sogar noch überdeutlich klar macht, dass es grüner nicht würde? Ich wäre doch dumm, wenn ich diese Chance nicht wahrnähme. Alles schreit: Tu es! Warum nur bin ich ein so großer Angsthase? Dabei weiß ich in mir doch schon lange, was ich will und was ich tun werde. Ich muss es nur wagen. Wenn nicht jetzt, wann dann?!

5. Mai 2020

So sehr ich meinen Beruf als Berufung empfinde, im Schreiben aufgehe und Erfüllung darin finde, so sehr macht es mich derzeit zur Eremitin. Aufträge en masse auf meinem Schreibtisch. Doch alle fesseln sie mich an selbigen. Mir fehlt das Rausgehen, das Erleben, das Spüren, das Kennenlernen, das Gespräch, das Finden des Faszinierenden im Gegenüber.

4. Mai 2020

Meine Gedanken sind ein heilloses Durcheinander, schwirren wie Fliegen um abstrakte Schlagworte wie Firmenerweiterungen, Standortsuche, Produktionsstätten, Millionen-Investitionen, Arbeitsplätze, Marktvorteile… Ich mache drei Kreuze, wenn ich diese Themen aus meinem Kopf geschrieben habe. Da liebe ich die flirrend bunten Bilder von Emma, die mich statt in nüchterne Finanzwelten in verrückte Fantasiewelten tragen.

3. Mai 2020

Handy geschrottet. Aber egal. Es ist nur ein Ding. Es ist ersetzbar. Dafür sind das Lachen und die Flügel unter meinen Füßen vom Laufmützen-Staffellauf unbezahlbar. Vorfreude, Aufregung, Endorphine, Adrenalin und das gute Gefühl, mit vielen gemeinsam gelaufen zu sein.

2. Mai 2020

Wieder ein Kapitel abgeschlossen. Es kribbelt im Bauch, zu sehen, dass etwas aus einer kleinen Idee heraus entsteht, das lange Zeit zum Reifen gebraucht hat und plötzlich größer wird als man selbst.

1. Mai 2020

Plötzlich geht alles. Läuft mir leicht von der Hand. Ich bin glücklich über jede gelungene Formulierung. In der Begegnung am Strand finde ich einen Gedankenaustausch, der meinen Geist auf eine wundervolle Bilderreise schickt. Und die beste Freundin macht meinen Abend zu einem der schönsten der vergangenen drei Wochen. Alles bekommt in diesen Momenten einen Sinn.

30. April 2020

Es war nicht mein Tag. Bis in den Abend hinein stand ich neben mir, habe nichts auf die Reihe bekommen. Ein verlorener Tag. Verlorene Stunden, die ich morgen hoffentlich aufholen kann.

29. April 2020

Eine Riesenaufgabe kommt auf mich zu. In meinem Kopf herrscht derzeit noch absolutes Chaos. Aber ich habe zugesagt. Also werde ich mich durchbeißen. Durch all die Berge an gedropboxter Zuarbeit. Wie sagte eine Frau mir einmal… und dafür habe ich sie ihrerzeit gehasst: Man wächst mit jeder Aufgabe. Hoffentlich meistere ich diese Aufgabe. Wie gut, dass ich zum Runterkommen Emma habe. Sie bringt mir derzeit mit jedem Satz, jedem Wort, jedem Gedanken Glück. Schreiben ist eben mein Glück. Doch das Leben einer wortverliebten Künstlerin ist einsam und sehr platonisch. Dumm nur, dass ich ein sinnenfreudiger Genussmensch bin. Zum Glück gibt es gute Musik, guten Wein und Herzmenschen.

28. April 2020

Ich habe unverschämtes Glück. Ich mache das, was ich immer machen wollte. Mein ganzes Leben besteht aus Schreiben. Ich schreibe, um zu leben. Nicht nur, um anderen damit einen Dienst zu erweisen. Sondern für mich, in jeder freien Minute. Ich lebe in der Fantasie, brauche sie, wie die Luft zum Atmen. Wenn sich die Gedanken in Worten auf die leeren Seiten legen, bin ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Wird mir das bewusst, kann ich manchmal gar nicht glauben, in was für einer Freiheit ich lebe.

27. April 2020

So lange war es still, passierte nichts. Kein Anruf. Keine Mail. Manche Tage bin ich über dieses Loch schier verzweifelt, das mit immer größeren Schritten auf mich zukam. Und plötzlich – als hätten sie alle die gleiche Idee – überrennen sie mich mit Aufträgen. So vielen, dass ich meine Mühe habe, sie unter einen Hut zu bekommen. Vielleicht ist ja doch etwas dran, am lauten Wünschen und dem Universum.

26. April 2020

Wenn sich das ganze Dorf samt Greifswalder Dompfarrei zufällig vor dem einzigen Eisladen zum gemeinsamen Schlecken trifft – selbstredend auf Sicherheitsabstand bedacht -, sind sie zu spüren, der Überdruss über die verordnete Isolation und die Lust am Austausch, am Lachen, am Miteinander.

25. April 2020

Wie bringt man jemandem bei, ohne ihn zu verletzen, dass sein Interesse die eigene Freiheit extrem beschneidet? Wie baut man eine Freundin seelisch auf, wenn man selbst gerade das Gefühl hat, in einen Abgrund zu blicken? Wie akzeptiert man eine Situation, die so surreal ist, dass man sie nicht einmal ansatzweise zu erfassen vermag? Manche Tage überfordern mich. Dann wünsche ich mir, noch einmal aufzuwachen und alles war nur ein böser Traum.

24. April 2020

Freunde sehen. Mit ihnen über Belanglosigkeiten lachen, albern. Über Träume und Wünsche plauschen. Es ist, als hätte ich diese Momente in einem anderen Leben gelebt. Doch nicht heute. Heute gab es Umarmungen, Herzlichkeiten, Küsse. Wenn ich sonst auch ein kleiner Misanthrop bin, vermisse ich die Nähe zu den Herzmenschen in meinem Leben sehr.

23. April 2020

Eberhard heißt er und in den 1960er Jahren war er mit seiner frisierten Java der Schnellste auf der ganzen Insel. Wenn mir heute auch frustrierend wenig gute Textpassagen gelingen wollten, so habe ich doch wenigstens den älteren Herrn aus meinem Nachbarhaus kennen lernen dürfen. Es gibt Menschen, die schließt man schon beim ersten Winken ins Herz.

22. April 2020

Manchmal dauert es lange, bis ich in einen Auftrag eintauche. Doch habe ich mich endlich darauf eingelassen, bin ich im Flow. Und die Freude etwas mit meinen Worten zu erschaffen, beflügelt. Vor allem, wenn die Arbeit mit dem Designer eine echte Kollaboration ist.

21. April 2020

Ich glaube, ich habe mich in meinem Leben noch nie etwas so sehr verschrieben wie diesem Projekt, das ganz und gar aus meinem Inneren hervorsprudelt. Es hat mich vollkommen gepackt, reißt mich mit sich in einen fantastischen Rausch, ist in jedem Moment präsent. Es ist absolute Liebe, Hingabe, Leidenschaft! Doch je tiefer ich mich dort hineinbegebe, abschotte von der Welt, um Zeit dafür zu haben, umso mehr bieten sich mir plötzlich Möglichkeiten dort draußen in der Welt an. Es ist so irreal wie die gesamte Situation derzeit.

20. April 2020

Da gibt es diesen älteren Herrn in meinem Nachbarhaus. Jeden Tag sitzt er mir gegenüber am offenen Fenster, genießt die Frühlingssonne und liest. Wenn er mich in meinem Küstenkind-Glashaus schreiben sieht, winkt er, schickt mir einen Handkuss herüber und sein Lachen strahlt über das ganze Gesicht. Er erinnert mich an eine der Figuren aus meiner Geschichte, an der ich gerade schreibe. Es macht Spaß, ein Stück seines Wesens in sie hinein zu weben.

19. April 2020

Die besten Freunde zu sehen, mit ihnen über Kunst und die Kunst des Überlebens zu philosophieren, über das, was uns glücklich macht, bei einem guten Wein zu diskutieren, den Austausch miteinander zu genießen, sich fallen zu lassen und einfach nur zu sein. Was habe ich diese Momente vermisst. Ich bin dankbar für diesen Abend – der zwar physisch, aber weder intellektuell, noch emotional Abstand gewahrt hat.

18. April 2020

Ein Tag, der trotz der Überfülle an Sonne, die Dunkelheit im Inneren nicht zu vertreiben vermochte. Da reicht es, die richtige Musik zu hören und sie reißt mir das Herz auf.

17. April 2020

Die eigene Geschichte aller Schnörkel zu entledigen, ist, als schneide man sich ins eigene Fleisch. Es tut höllisch weh und ist eine blutige Arbeit. Aber nur so wird sie pur und hautnah. Ich will Bilder kreieren, Gefühle, Brüche, Intimität, Blicke, Begehren, Erotik, Liebe, ihr Entstehen, ihr Wachsen, will Weiblichkeit, Seele, Tiefe, Augenhöhe, Qualität, Zeitlosigkeit, Augenblicke, Austausch, Kooperation, Schönheit, Romantik, Sinnlichkeit, Leben, Schmerz. Ich will berühren, treffen, aufwühlen, anstoßen und anecken, will Lachen, Verstehen, Unverständnis, Tränen hervorrufen. Will ich zu viel?!

16. April 2020

Same procedure as yesterday. Nur mit klarerem Kopf. Was sicher daran lag, dass sich das Chaos langsam ein wenig ordnet. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Heißt es nicht so?

15. April 2020

Es gibt drei extreme Dinge an mir, meine drei großen L‘s: Ich Lebe, Liebe und Leide absolut und intensiv. Im Moment leide ich wie verrückt. Denn wie kann ich nur eine große Geschichte schreiben, ohne dass alles ein noch viel größeres Chaos wird? Mein Kopf schwirrt von Szenen, die alle durcheinander tanzen. Sie sind immer präsent, spuken in jedem wachen und verschlafenen Augenblick durch meinen Kopf, bringen mich zur Verzweiflung. Aber sie zeigen mir ganz direkt, wie sehr ich gerade Lebe und Liebe und Leide!

14. April 2020

Ein Sonnenaufgang, der den Himmel in Brand steckt und mit ihm alle dunklen Wolken; eine Nachricht, die Hoffnung gibt; ein Winken von Fenster zu Fenster, das Lachen in zwei Gesichter zaubert – es sind die kleinen Dinge, die meinem Tag besondere Momente geschenkt haben.

13. April 2020

So viel Schreiben, so viel Gefühl lag in diesem Tag. So viel Hingabe. So viel Aufgehen. In etwas einzutauchen, was sich in der eigenen Fantasie zu einem wahren Eigenleben entwickelt hat, eine Geschichte entstehen zu lassen, zum Leben zu erwecken, ist ein Geschenk. Dieses Geschenk dann mit den besten Freunden zu teilen, von ihnen motiviert zu werden, unbedingt weiter zu machen, ist ein weiteres Geschenk. Danke Christoph. Danke Jacqueline. Menschen, die an mich glauben, in meinem Herzen zu wissen, ist von allen Geschenken das größte.

12. April 2020

Ein denkwürdiges Osterfest und ich hoffe ein einmaliges. Mit Musik. Doch ohne Konzert. Mit Kirche. Doch ohne Gottesdienst. Mit Familie. Doch ohne Umarmung. Auf Abstand. Weil mit Liebe.

11. April 2020

Kunst macht glücklich. Meer macht glücklich. Menschen, die meine Seele berühren, machen glücklich. Ich hatte heute eine wunderbar glücklich machende Kombination aus allen drei Dingen. Zwei Stunden. Zwei Menschen. Eine Wasserkante. Zeit, in der ich den Alltag, die Einsamkeit, die Angst vergessen habe. Zeit, in der ich ich sein durfte. Zeit, in der ich die Freiheit in jedem Moment gespürt habe. Zeit, in der ich einfach nur ganz und gar im Augenblick war.

10. April 2020

Wenn auch das Konzert abgesagt ist, so heißt es doch nicht, dass es nicht gesungen werden kann. Die Stabat Mater – von Pergolesi und von Steffani -, sie hat heute nicht nur meiner Stimme und meiner Seele Raum gegeben, sondern wohl auch meinen sich am Fenster sonnenden Nachbarn erfreut. Wundervolle Momente wie die im Garten meiner Schwester. Ein kleines Ostern am Karfreitag.

9. April 2020

Es quält mich, wie dünnhäutig ich gerade bin. In einem Moment strotze ich vor Zuversicht, bin motiviert, vorfreudig, komme in meinen Projekten gut voran und im nächsten Moment falle ich in ein bodenloses Loch aus Einsamkeit und Traurigkeit und Wut. Diese künstliche Starre zermürbt. Die Distanz zu Familie und Freunden noch mehr. Es macht mich wütend, dass es Menschen gibt, die andere denunzieren und angehen, nur, weil sie ein ortsfremdes Kennzeichen haben. Wo sind wir hingekommen? In den Stasiüberwachungsstaat DDR? Ins Dritte Reich? Ins Mittelalter? Was ist nur mit den Menschen los? Wo sind Werte wie Respekt, Anstand oder Höflichkeit geblieben? All das sind Dinge, die mir Energie rauben, mich porös machen.

8. April 2020

Ein wundervolles und so wertvolles Gespräch mit meiner Lieblings-Bookdealerin made my day. Fazit: Wir können leider an der Situation nichts ändern. Denn sie liegt außerhalb unserer Macht. Aber wir haben es in der Hand, wie wir damit umgehen. Ob wir jammern und uns das Leben noch schwerer machen oder ob wir das Beste daraus machen. Recht hat sie!

7. April 2020

Ein Tag voller Sonne und Meer. Ein Tag voller Widersprüche. Ein Tag, der alles hatte und nichts wirklich Greifbares. Existenzkämpfe, Zukunftsängste, Selbstzweifel, Schwäche, Versagen, Minderwertigkeitsgefühle, Magenkrämpfe, Ohnmacht, Bangen, Hoffen, Zuversicht, Hilfe, Solidarität, Rückhalt, Lachen, Wertschätzung, Nähe.

6. April 2020

Die Gespräche mit den Menschen in diesen Tagen verändern sich. Sie entstehen leichter, sind vertrauter, gehen tiefer. Je mehr die Menschen Abstand halten müssen, umso mehr sehnen sie sich nach Austausch, nach Nähe. Selbst völlig Fremde werden plötzlich zu Verbündeten im Geiste der gleichen Situation. Denn uns alle eint die Ungewissheit, die Unsicherheit, das Unwirkliche, das Nichtfassbare, die Einsamkeit. Und wir alle wollen uns darüber austauschen, um wieder einen roten Faden in unser Leben zu bringen, Halt zu finden, Nähe zu spüren. Und sei es nur für ein paar Momente mit einer fremden Frau. Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, ohne Ziel vor uns hin zu leben.

5. April 2020

Ohne Wut keine Revolution. Platt geschrieben. Denn Wut verleiht die Kraft, die zur Veränderung nötig ist. Sich über Dinge zu ärgern, die man selbst nicht ändern kann, ist frustrierend und macht wütend. Ich merke, dass mir genau diese Wut gerade das Leben vermiest, weil ich sie in mir wüten lasse, statt sie zu nutzen. Denn sie hat die Energie, die mir helfen kann, Lösungen durchzuspielen; einen anderen Weg einzuschlagen, auf dem ich das hinter mir lassen kann, was mich heute ärgert.

4. April 2020

Ich stehe am Strand, den Wind im Gesicht, die Freiheit im Blick, die Gedanken bei einer Frau, die ich einmal geliebt habe und die heute Geburtstag hat. Tausend Diamanten glitzern in meinen Augen. Ein Kaleidoskop aus Licht und Erinnerungen. Ich atme die morgenfrische Luft tief in mich ein. Zum ersten Mal in diesen Tagen bin ich mit mir im Reinen, fühle eine unbändige Freude in mir, Glück, Zuversicht.

3. April 2020

Etwas richtig gut gemacht zu haben und dafür nicht nur Anerkennung und Wertschätzung zu bekommen, sondern gleich die Zusage für den nächsten Auftrag, ist Balsam für die Seele. Schließlich braucht gerade sie in diesen Zeiten auch ein paar Streicheleinheiten und Umarmungen. Genauso wie mein Bankkonto.

2. April 2020

Es sind Zeiten, in denen ich, trotz Unmengen geschenkter Stunden, nicht schlafen kann. Denn es ist, als würde mir durch den Zeitenstillstand die Kürze meiner eigenen Zeit nur umso bewusster gemacht. Zeitlos, weil außerhalb jeder Zeit bedrückt mich genau das. Eingesperrt, zur Einsamkeit gezwungen, sind auch meine Gedanken gefangen, an die Kette gelegt. Unfrei, wie auch das Leben unfrei geworden ist. Zur Untätigkeit verdammt, schaffe ich es nicht, Sinnvolles zu erdenken, flüchte in Scheinwelten, gebe mich sinnfreien Träumen hin. Jetzt habe ich die Zeit, nach der ich sonst so sehnsüchtig verlangt. Jetzt steht die Zeit auf meiner Seite. Doch mit der Starre im Außen, ist auch mein Inneres in Fassungslosigkeit und Unglauben und Ungewissheit erstarrt.

1. April 2020

In der Krise beweist sich der Charakter, sagte Helmut Schmidt einmal. Vor allem zeigt sich in solchen Zeiten, wer die wahren Freunde sind. Wem man vertrauen kann und wem man besser nicht vertrauen sollte. Bei wem man sich fallen lassen kann, weil man aufgefangen wird. Dabei bin ich erstaunt, wer sich in den vergangenen Tagen und Wochen zu meinen Herzmenschen dazu gesellt hat, von denen mir dieses zuvor gar nicht in den Sinn gekommen wäre. Umso dankbarer bin ich jetzt für das Geschenk solcher Menschen in meinem Leben.

31. März 2020

Einfach einmal für ein paar Stunden raus aus der Welt. Viren und sämtliche Sorgen vergessen. Sich bei einem Menschen zuhause fühlen, weil alles Müssen draußen bleibt und nur der Augenblick zählt. Kraft tanken und Geborgenheit und Liebe.

30. März 2020

Schreiben an einem Ort und für einen Ort, bei dem ich das Gefühl habe, nicht mehr dort hinzugehören. Ich wäre am liebsten abgehauen. Rein ins Schneegestöber und weg. Zum Glück gibt es Herzensmenschen, die solche Momente retten, mit ihren Gedanken, ihren Blicken, ihrem Verstehen. Eine solch geistige und seelische Nähe zu einer Frau – ohne dabei ihren Körper zu begehren – habe ich selten.

29. März 2020

Sich nicht unterkriegen lassen, den Kopf nicht hängen lassen, den Humor nicht verlieren – alles leichter gesagt, als getan, wenn man in der Stille sitzt und darüber nachdenkt, was dieses Virus wirklich mit uns macht, wie sehr es uns in unseren Gedanken, in unserem Miteinander, in unserer Nähe zueinander einschränkt. Freiheit? Sie ist längst zu einem Fremdwort geworden. Ich bin keine Freundin von vielen Menschen. Aber ich sehne mich nach denen, die mir im Herzen sind. Und zwar ganz körperlich. Ich möchte ihnen in die Augen schauen, sie berühren, sie in die Arme nehmen, ihre Nähe spüren, ihre Wärme, ihren Duft. Manchmal hilft mir da nur, raus in den Sturm zu gehen, mich direkt an die Wasserkante zu stellen und in den Wind zu schreien, während mir Sand und Schnee ins Gesicht peitschen, mir die Tränen in die Augen treiben, auf der Haut brennen. Es ist einer der wenigen Momente dieser Tage, in denen ich ganz und gar fühlen kann, dass ich noch lebe.

28. März 2020

Tage wie diese dürften ruhig 48 statt der läppischen 24 Stunden haben. Die Sonne im Gesicht, die Füße auf dem Terrassenpflaster ausgestreckt, während wir uns die Bäuche vor Lachen halten und Glückstränen in den Augen glitzern. Ein Nachmittag bei der weltbesten Schwester reißt aus stumpfer Grübelei, macht leicht und frei. Frühling im Herzen. Leben im Augenblick.

27. März 2020

Arbeiten bis der Kopf brummt wie ein Bienenstock, der niemals zur Ruhe kommt, bis die Gedanken hinter den Schläfen Amok laufen, über einander herfallen, um sich gegenseitig aufzufressen, bis ich nichts mehr fühle, außer der dumpfen Taubheit des Bedauerns. Erinnere dich, hat mir einmal jemand gesagt. Das fällt mir gerade schwer. Doch dann bringt mich deine Gelassenheit wieder zur Ruhe, erdet mich, öffnet neue Horizonte und mir die Augen. Wie froh ich bin, einen so besonderen Menschen zu haben. Nicht zu besitzen. In mir zu tragen.

26. März 2020

Wenn man jeden Tag nur auf sich selbst zurück geworfen wird, ohne adäquaten Austausch, der andere Sichtweisen, neue Perspektiven eröffnet, wird man entweder irre – ein Gefühl, das ich nur zu gut kenne – oder flüchtet sich in die innere Isolation. Es lebe die Welt in meinem Kopf!

25. März 2020

Es hat etwas Gespenstisches, Surreales, durch den stillen und leeren Ort zu laufen. Als wäre ich der einzige Mensch auf der Welt. Eine Szene wie aus einem Horrorfilm. Auf der anderen Seite genieße ich gerade diese Stille, diese Abwesenheit von Menschen. Wann vorher oder nach Covid-19 konnte und könnte ich den Strand je wieder mein Eigen nennen? Die Natur und die Straßen so hemmungslos für mich beanspruchen? So schlimm diese Zeit wirtschaftlich ist, so entspannend und entschleunigend ist sie ohne die Massen an Urlaubern, die diesen Ort sonst überbevölkern.

24. März 2020

Leiser Optimismus in mir. Er ist wie das Glitzern auf den morgendlichen Wellen, bei denen man Angst hat, dass wenn man die Augen schließt und wieder öffnet, alles weg ist. Aber nicht heute. Heute war lachen. Trotz Isolation. Bis in den Abend hinein, bei einem absolut verrückten und gleichzeitig verstörenden Film: Die Blumen von gestern. Meschugge, aber zum Verlieben: Adèle Haenel.

23. März 2020

Ein Gespräch mit der besten Schwester der Welt hat heute meine kleine Welt gerockt und mich gleich dazu. Ich konnte mich endlich dazu aufraffen, wieder zu arbeiten. Nach Tagen der Gedankenisolationsstarre. Jeder braucht ab und an solch einen Menschen, der das bewirken kann.

22. März 2020

Ein weiterer Tag zwischen den Extremen: Dem absoluten Hochgefühl beim Laufen durch den Küstenwald, weil im gleichen Moment viele andere ebenfalls allein, doch in Gedanken zusammen durch Deutschland gelaufen sind, und der Verzweiflung, die mir Angst und Hoffnungslosigkeit in meine Stunden legt und mich immer wieder an den Rand des Ertragbaren bringt. Das Virus macht etwas mit mir, mit jedem von uns. Denn es bringt uns an unsere Grenzen und unseren wahren Charakter ans Licht.

21. März 2020

Es ist der schönste Moment des Tages. Morgens am Meer. Inmitten des Rauschens zu stehen. Die Nase im Wind. Die Sonne im Gesicht. Doch überall Einsamkeit um mich. Habe ich sie sonst gesucht, wird sie mir jetzt von außen auferlegt, ist nicht mehr meine eigene Entscheidung. Nie habe ich mich einsamer und surrealer gefühlt, wie in diesem Augenblick. Hier am Strand. Es ist eine Zerreißprobe. Ein Drahtseilakt. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Zwischen Lachen und Weinen. Und plötzlich klingelt das Telefon. Ein Engel ist in der Leitung. Mir die Einsamkeit und die Angst abzunehmen. Wenigstens für eine Weile. Sie selbst, ein Stück des Weges zu schultern. In solch einer Zeit zeigt sich, wer die wundervollen Menschen sind.

20. März 2020

Das Virus bestimmt mein ganzes Leben, meine Gedankenwelt, meine Augenblicke. Zwar habe ich heute fleißig geschrieben. Doch es war in jedem Moment ein Kampf, in den Text einzutauchen und die Angst, die Ungewissheit auszuschalten. Erst das Lachen mit einem Herzmenschen am Abend über das von mir, ihr anvertraut Geschriebene bringt Entspannung in meine Seele.

19. März 2020

Die Gespräche und Begegnungen dieses Tages – wenn auch mit dem gebotenen Sicherheitsabstand – waren anders als noch Wochen zuvor. Herzlicher, interessierter, intimer. Sie haben mir Zuversicht und Mut gegeben. Und Kraft, weiter zu kämpfen. Wie einer besonderen Frau vor Kurzem geschrieben, ist Aufgeben noch nie mein Ding gewesen. Selbst in meinen schwärzesten Momenten hat es in mir immer diesen winzigen Funken gegeben, der mich hat, wieder aufstehen lassen.

18. März 2020

Das war der schwärzeste Tag der vergangenen drei Jahre! Und es tut gut und ist ein wunderbares Gefühl, diese ganze Scheiße in einem guten Rotwein zu ertränken. Vive la vie!

17. März 2020

Ich habe mir heute den Mund fusselig geredet, um nicht unterzugehen. Ich bin leer, müde und es so leid, zu kämpfen, um jeden Auftrag zu bangen, um jedes Honorar zu bitten. Mehr als drei Jahre ist das Küstenkind mit viel Kraft und Enthusiasmus voraus galoppiert. Ich habe vergessen, wie sich Existenzängste anfühlen. Jetzt sind sie wieder da. Ich habe unglaubliche Angst, dass dieses Virus mir das Genick bricht und ich wieder vor dem Nichts stehe. Das raubt mir allen Mut, alle Energie, alle Zuversicht.

16. März 2020

Jetzt ist sie abgeriegelt, meine Insel. Es schnürt mir den Magen und die Kehle zu, darüber nachzudenken, was da gerade mit dem geschieht, was wir gemeinhin Freiheit nennen. Es ist ein bedrückendes Gefühl, am menschenleeren Strand spazieren zu gehen. Was wird mit meinem Leben passieren? Werde ich es mir bald noch leisten können? Mit Freunden bei einem guten Essen, einem Glas Wein und meinem derzeit liebsten Film Portrait de la jeune fille en feu über Ängste sprechen, über Hoffnungen, über den Egoismus der Menschen, ihre Oberflächlichkeit, über das, was dieses Virus mit uns allen macht, ist eines der wenigen Dinge, die mich nicht völlig verzweifeln lassen. Ein kleiner, konspirativer Kreis, bei dem Lachen noch erlaubt ist und das Philosophieren über Kunst zum schönsten Abendprogramm gehört.

15. März 2020

Ich habe Angst, eingesperrt und isoliert zu werden, Angst, nicht mehr atmen zu können. Ich habe heute um mein Leben gesungen. Denn Singen stärkt nicht nur nachgewiesen das Immunsystem. Es macht glücklich. In unserer kleinen Chaostruppe – zwar mit dem nötigen Sicherheitsabstand, doch mit Gänsehaut und Glücksleuchten in den Augen – in der Musik aufgehen und sich vollkommen barocker Harmonien hingeben, lässt die Bedrückung durch das, was derzeit auf uns zukommt, wenigstens für ein paar Stunden vergessen. Lebensqualität in Zeiten, in denen leben verboten ist. Ein kurzes Aufatmen, bevor die Angst wieder auf mich einstürzt.

14. März 2020

Das Leben wird durch Corona auf eine absolute und radikale Weise beschränkt, ja lahmgelegt und die Menschen haben nichts besseres zu tun, als sich mit Klopapier zu bekaufen. Es macht mich alles so wütend! Weil ich so ohnmächtig gegen diesen ganzen Irrsinn bin. Es macht mir Angst, mir vorzustellen, wie weit das noch gehen kann.

13. März 2020

Das Leben will gelebt werden! Die Geschichte hat es immer wieder gezeigt. Je schwerer die Zeiten, je mehr die Freiheit beschnitten, umso mehr will man es spüren, eben jenes Leben, dessen Freiheiten wir an guten Tagen nur all zu schnell vergessen: Frühstücken in wundervoller Gesellschaft, ein Deal für einen großen Auftrag durchgeboxt, aus dem Corona-Debakel um das Laufmützencamp eine Ostseeauszeit gezaubert. Freitag, der 13., ist trotz all der Panikmache und der eigenen, ganz realen Angst für mich ein Glückstag gewesen.

12. März 2020

So langsam werde ich stinkewütend auf Corona. Nicht nur, dass es meine Laufmützenlaufcamppläne unter mallorquinischer Sonne ins Wanken bringt. Es raubt den Menschen die Freiheit. Die Freiheit, sich ungezwungen zu treffen, zu umarmen, miteinander wundervolle Momente zu erleben. Alles geht auf Distanz, igelt sich ein, schottet sich ab. Als wären wir nicht schon ohne einsam genug.

11. März 2020

Gegen die allgemeine Corona-Depression, die auf mein Gefühl gewaltig drückt: Eine wunderbar motivierende Zusammenarbeit mit einer der innovativsten Agenturen des Landes. Der bislang größte Küstenkind-Auftrag. Ich bin aufgeregt und ein kleines bisschen stolz.

10. März 2020

Portrait de la jeune fille en feu – Einer der wundervollsten Filme, die ich je gesehen habe. Gefühlvoll, sensibel, philosophisch, politisch, tief, kraftvoll und absolut weiblich. Ein Film, der mit seinen Blicken, mit seinen Gesten unter die Haut geht. Heute lag er in meinem Briefkasten und ich war überglücklich.

9. März 2020

Wie kann ich ein Gefühl für einen Ort bekommen, an dem meine Seele schreit? Weil in diesem Ort so viel Schlimmes geschehen ist, dass es meine Seele krank gemacht hat und ich noch heute von Alpträumen heimgesucht werde. Wie kann ich mich für etwas öffnen, das mir sämtliche Narben wieder aufreißt? Nur zu gern würde ich Neues und Schönes auf Altes legen. Doch die Schatten, die es zu verjagen gilt, sind lang und dunkel, reichen bis in die schwärzesten Ecken meiner Seele hinein.

8. März 2020

Die Worte einer Freundin haben mir so viel Ansporn gegeben, dass ich völlig in die Welt von Emma Wolkenlos eingetaucht bin. Ganz gleich, ob ich laufe, meiner Lieblingsmusik lausche, arbeite – immer ist Emma in meinem Kopf anwesend, geistert durch die Windungen meines Hirns, bemächtigt sich meiner Fantasie. So hartnäckig, dass ich mich endlich an ihre Geschichte gesetzt und ihr wieder ein Stück Leben eingehaucht habe.

7. März 2020

Die Barockklänge von Agostino Steffani erfüllen Runges Gartenhaus und unser beider Herzen mit Hingabe. Der Flügel untermalt meinen Gesang, ist mir Stütze und Mutspender. Es ist ein unglaublich befriedigendes Gefühl, so intensiv mit und in der Musik zu arbeiten, dass wir die Zeit und die Welt um uns völlig vergessen.

6. März 2020

Ich bin schon lange nicht mehr so an meine Grenzen gestoßen wie heute. Es gibt Menschen, die fordern mich, machen mich völlig nackt, bohren dort, wo ich am verletzlichsten bin. Und dann kommt spontan die beste Freundin auf einen „Tee“ vorbei und der Tag nimmt eine ungeahnt inspirierende und erfüllende Wende. Was könnten Frauen alles erreichen, wenn sie sich für ein Ziel vereinten? Das Leben steckt voller Überraschungen.

5. März 2020

Für ein paar auspowernde Momente den Kopf und das Herz ausschalten.

4. März 2020

Mit dem besten Freund die halbe Nacht über die wirklich wichtigen Dinge im Leben philosophieren – dafür ist das Leben da. Dass er dabei im 1100 Kilometer entfernten Basel sitzt und unsere Casa Espanola nicht mehr eine Freiburger, sondern eine heimische FaceTime-Weinbar ist, spielt keine Rolle. Manche Menschen – und von denen gibt es nur ganz, ganz wenige – sind mir so nahe, dass Entfernungen keine Rolle spielen. Denn sie wohnen in mir.

3. März 2020

Reset. Einmal auf Null und dann bitte noch einmal völlig neu. Heute habe ich mich komplett demontiert und Wort für Wort, Bild für Bild neu zusammengesetzt. Das Ergebnis hat mir gefallen. Ich war seit Langem einmal wieder zufrieden mit mir. Ich wurde aber auch seit Langem nicht mehr so gefordert und herausgefordert. Doch ob ich damit jetzt genüge…? Warum muss ich immer erst am Boden zerstört sein, bis ich etwas Gutes erschaffen kann?

2. März 2020

Bislang war Aufgeben nie eine Option für mich. Aber was, wenn es das einzige ist, was zu tun bleibt, wenn ich mein Gesicht nicht völlig verlieren will? Dieser Auftrag hat die Vergangenheit wiedererweckt, von der ich dachte, sie wäre längst ausgestanden. Doch noch immer zieht sie mir einen Strich durch meine Gedanken und hängt mir Bleigewichte an selbige. Sollte ich aufgeben, weil ich die Distanz verloren habe? Weil ich obendrein völlig diverse und ambivalente Gefühle für jemanden entwickelt habe, für den ich keine Gefühle haben darf? Diese Gefühle stehen mir im Weg, blockieren mich, verweigern mir den Zugang zu und das Gespür für diesen Menschen. Und sie geben mir das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Aber vielleicht bin ich das hierfür ja auch nicht?

1. März 2020

Wunderbar geborgen und verstanden inmitten einer kleinen Chaostruppe. Das freiraumblau-Nachsitzen bei Kaffee und Kuchen artete glatt schon in eine nächste freiraumblau-Session mit neuerlich inspirierenden Gesprächen aus. Wie lange habe ich mich nach solchen Menschen, solch einem Austausch, solch einem Ankommen gesehnt?! Und im Anschluss gleich die nächste Künstlergruppe: Die Kolkwitzschen Musikverrückten. Zehn Stimmen, die in den Tönen von Bach und Steffani völlig aufgehen. Der Weg zur Perfektion ist ein mit Gänsehaut und Musikgenüssen gepflasterter.

29. Februar 2020

freiraumblau macht absolut glücklich! Das zumindest habe ich in jedem Gesicht sehen, in jeder Äußerung des heutigen Abends erfahren können. Es hat alles gepasst. Der Ort, die Menschen, die Musik von Alina, das Drumherum und wir fünf kunstverrückte Freiraumblauer. Wer sagt’s denn, dass wir hier auf der Insel keine Kunst können. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn Menschen mit Tränen, mit Gänsehaut, mit Glücksgefühlen auf dich zukommen und dir erzählen, was deine Texte in ihnen auslösen.

28. Februar 2020

Franz Werfel – ein Name, den ich mir auf alle Fälle merken will. Denn er hat mit seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh für einen wundervollen Erlesenes-Abend und einen interessanten Austausch über die Kraft von Büchern und Literatur gesorgt. Unverhofft beflügelt und beseelt geht dieser Tag zu Ende, der in so viel Streit und Durcheinander und der Überwindung des eigenen Egos ausgeartet war. Dabei sollte all das überhaupt keine Rolle spielen. Denn morgen ist freiraumblau-Tag. Und ich bin sowas von aufgeregt!

27. Februar 2020

Schreiben macht keine neuen Menschen. Aber es schafft Klarheit und Verstehen. Oder doch den Anschein. Und wenn man mit seinen Worten Glück hat, ist es wie ein Aufwachen zu sich selbst, und es entsteht eine neue Zeit: die Gegenwart der Poesie.

Pedro Vasco de Almeida Prado – Die Zeit der Poesie – Lissabon 1903

Aus Das Gewicht der Worte — Pascal Mercier

Ein Zitat, das mir eine Seelenverwandte heute geschickt hat. Es ist, als hätte sie mir damit mitten in mein Herz, mitten in meine Sehnsüchte und Träume geschrieben. Ich bin beglückt und dankbar für solche Menschen in meinem Leben. Denn sie geben mir neuen Input, pushen mich und motivieren mich. Genauso, wie ganz wenige, die ich noch gar nicht wirklich kenne, die mich dennoch dazu anspornen, das Beste aus mir heraus zu holen.

26. Februar 2020

Heute lief es. Ich war im Fluss, habe geschrieben wie eine Weltmeisterin. Und ich hatte trotz durchnässtem Abendlauf unglaubliche Lust, weiter zu schreiben. Emma Wolkenlos – Ich konnte gar nicht aufhören, habe neue Szenen entwickelt, einen wunderbar traurigen Schluss gefunden. Heute hätte ich meinen Gedankenrecorder gut gebrauchen können, meine Ideen direkt aus meinen Kopf, auf die leeren Seiten zu bringen. Ich wäre binnen Tagen fertig.

25. Februar 2020

An manchen Tagen kann ich es mir einfach nicht recht machen. Unzufrieden, frustriert, demotiviert von dem, was ich schaffe oder vielmehr nicht schaffe. Ich quengle und nörgle und bejammere mein mangelndes Können, meine Faulheit, weil das Schreiben sich zieht wie ein zähes Kaugummi. An solchen Tagen kann ich mich selbst überhaupt nicht leiden. Wenigstens verschaffen Beethoven und Textfutter mir für kurze Momente Ablenkung.

24. Februar 2020

freiraumblau – das letzte, große Treffen vor unserem D-Day. Bei allen war die Aufregung zu spüren. Vorfreude, Neugier, Anspannung. Doch bei Wein und Leckereien Pläne schmieden, Ängste besiegen und über Träume philosophieren… dafür ist das Leben da. Unser freiraumblau-Kennenlernen wird ein großartiger Abend! Ein denkwürdiger. Ein Abend, der einmal ganz anders ist.

23. Februar 2020

Ein Barockwerk zum ersten Mal ganz allein in der eigenen Stimme und mit vielen Soli einzustudieren, ist eine aufregende Herausforderung. Dass es schon so gut klappt, beruhigt mich. Der heutige Zusammenklang: Gänsehaut. Bei uns allen. Was für ein schönes Fundstück Alter Musik!

22. Februar 2020

Wunderbar geerdet und beflügelt zugleich fühle ich mich nach diesem Tag und dieser Ausstellung. So viele moderne Ikonen – Koons, Warhol, Newmann, Klein, Duchamp… – live in der Bremer Kunsthalle zu erleben, jede in einem eigenen Raum, hat mich absolut fasziniert. Ich hätte dort Stunden vor jedem Werk verbringen können.

21. Februar 2020

Die eigenen Defizite schonungslos offengelegt zu bekommen, die man selbst doch nur allzu gut kennt; den Finger in eben diese Wunde gebohrt zu bekommen, ist ziemlich hart und hat mir einen Schlag mitten in den Magen versetzt. Schließlich hofft man, dass sie niemandem auffallen, die eigenen Unzulänglichkeiten. Doch sie hat sie gesehen, glasklar seziert und emotionslos kommuniziert. Ihr Urteil brennt wie Feuer unter der Haut, als hätte sich der Boden unter den Füßen aufgetan. Hat er aber nicht. Denn ich bin immer noch da und muss sie aushalten, die Scham des Versagens. So muss sich die Malerin Marianne im Film Portrait de la jeune fille en feu nach dem Urteil von Héloïse über ihr Porträt gefühlt haben. Ob sie in diesem Moment auch das Gefühl hatte, nichts wirklich zu können? Ob sie sich auch gefragt hat, die Falsche für den Auftrag zu sein? Wie nahe am Aufgeben war sie? Gott sei Dank kann ich all dem, morgen für einen flüchtigen Kunstgenuss entfliehen. Denn ich muss hier raus. Sonst ersticke ich an meinen Selbstzweifeln.

20. Februar 2020

Ich will den Frust mancher Menschen nicht über mich ergehen lassen müssen. Die schlechte Laune von Menschen, die mich menschlich eher peripher tangieren, die keinerlei Zugang zu meiner Seele haben, denen ich mich nur beruflich unterordnen muss. Das mit dem Unterordnen hat bei mir ohnehin noch nie gut funktioniert. Wie gut, dass ich eine Drill Instructorin habe, bei der ich mich richtig auspowern und meinen eigenen Frust über solche Menschen rauslassen kann.

19. Februar 2020

Angst hat einen Namen. Hätte ich mich heute Abend nicht an mein kleines Schreibwerk Emma Wolkenlos gesetzt, ich wäre noch frustrierter. Jetzt habe ich so viel Druck im Nacken, einen Auftrag fertigzustellen, dass mir schon ganz schlecht ist, wenn ich nur daran denke. Aus irgendeinem Grund bin ich bei diesem Auftrag absolut gehemmt, gelähmt, habe eine Riesenpanik. Ich habe die Distanz verloren und weiß nicht, wie ich sie zurückgewinnen kann.

18. Februar 2020

Während das Beethovensche Kyrie noch im Raum schwebt, legt sich ein Lächeln auf die Begegnungen dieser Stunden. Denn die Momente voller Musik wurden bereichert durch Gespräche, die mein Herz schneller schlagen lassen, weil Aufregung und Lampenfieber dort einziehen; durch den treuen und friedvollen Blick einer Weimaraner-Dame, die trotz schiefer Töne unseres Probengesangs das ihr Vorgesungene in stiller Demut genießt; durch das Kennenlernen des Zeichners und Grafikers Stefano Ricci aus Bologna, der meine Sehnsucht nach dem italienischen Arkadien wieder geweckt hat.

17. Februar 2020

Es ist ein schönes Gefühl, für ein Projekt ausgewählt worden zu sein, weil das, was ich mit meinen ganz eigenen Worten erschaffe, anderen in irgendeiner Form etwas gibt. Und es kann mir keiner erzählen, dass Lob und Wertschätzung nicht die Seele streicheln und den Geist motivieren.

16. Februar 2020

Nach Abenden wie dem gestrigen erscheint der nächste Tag oft fad und ohne Farben, ohne Leben. Dann habe ich das Gefühl, nichts zu können, nicht einen einzigen, richtig guten Satz zustande zu bringen, geschweige denn einen zufriedenstellenden Text. Warum ist das so? Warum kommt nach so viel Euphorie zwangsläufig Tristesse?

15. Februar 2020

Angst essen Seele auf. Doch nur demjenigen, der sich ihr unterwirft. Ich habe es gewagt. Entgegen allen Zweifeln, allen Ängsten. Und wurde reich beschenkt mit wundervollen Gedanken. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, mit dem, was ich einmal geschrieben habe, Menschen zu berühren. Und ein Feuer zu entfachen, das neues Denken entzündet, neue Perspektiven, neue Sichtweisen, neue Ideen in meine Seele legt. Ich bin dankbar für diesen Abend, für die Gespräche über Kunst und über das, was uns antreibt und bewegt. Dankbar für die Menschen in meinem Leben, die echt und wahrhaftig sind und mich bei jeder Begegnung wieder neu erden.

14. Februar 2020

Es ist der schönste Moment dieses Tages: Die Liebeserklärung meines besten Freundes. Mit seinen Worten über unsere Freundschaft hat er mein Herz berührt. Es gibt Menschen, die gehen tiefer als alle anderen. Da spielt es keine Rolle, dass sie mehr als 1000 Kilometer entfernt wohnen. Sie sind da. Immer. In den Gedanken. Im Herzen. Sie schenken Kraft. Und die Augenblicke mit ihnen bedeuten Glück. „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil… und sie hört niemals auf.“ (frei nach 1. Korinther 13) – Danke Christoph für deine Freundschaft, für deine bedingungslose Liebe.

13. Februar 2020

freiraumblau – Ich hatte nicht gedacht, dass mich unser kleines Event so umtreibt, aufwühlt, nervös macht. Dass es so viele Fragen und Selbstzweifel und Grübeleien hervorruft. Mein Kopf kribbelt und mein Magen zieht sich zusammen, wenn ich daran denke, wer alles kommen will. So viele Menschen, die mir etwas bedeuten, die mir unter die Haut gehen, mein Herz schneller schlagen lassen, mich inspirieren. Und das einzige, was mich ein bisschen beruhigt, ist unsere kleine Chaotentruppe. Die Menschen, die genauso schräg und oftmals gegen den Gesellschaftstakt ticken. Sie machen mir Mut, mein Innerstes nach außen zu kehren und gegen die Angst belächelt zu werden.

12. Februar 2020

Wenn du auf heißen Kohlen sitzt, auf etwas wartest, wie auf das Ergebnis einer Prüfung, zu deren Ausgang du keinerlei Gefühl bekommst. Eines jedoch spüre ich: Die Erschöpfung. Ich habe mich ins Zeug gelegt, meinen Kopf zum Rauchen gebracht. Und jetzt sitzt die Angst in meinem Bauch, dass alles fehl gehen könnte.

11. Februar 2020

Ich wünschte, es würde mir nichts bedeuten. Dann würde ich schreiben können wie eine Weltmeisterin. Denn es wäre mir egal. Egal, ob es perfekt ist, ob es innovativ ist, anders ist. Doch so… ist nichts gut genug. Nichts fließt. Alles ist blockiert. Ich wünschte, es würde mir nichts bedeuten… Und dann ist freiraumblau-Treffen im Küstenkind. Und ich liebe es! Denn der Mut ist wieder da. Weil das Leben zu Gast ist. Und so etwas verrücktes wie Hoffnung. Und plötzlich freue ich mich darüber, dass es mir etwas bedeutet.

10. Februar 2020

Themen, über die ich schon so oft geschrieben, immer wieder neu zu erfinden; mich immer wieder neu zu orientieren, neue Worte für tausendmal Erzähltes zu kreieren – im Moment fällt mir genau das besonders schwer. Ich weiß, dass es daran liegt, dass ich mich derzeit sehr unter Druck setze. Ich will zeigen, dass ich es drauf habe, will beeindrucken. Mich und die meergrauen Augen. Und habe doch das Gefühl, so ganz und gar nichts zu können. Völlig zu versagen.

9. Februar 2020

Die Laufmützen. Eine völlig verrückte Truppe. Aber absolut liebenswert. Wir haben uns heute nicht von Sturmtief Sabine davon abhalten lassen, zu laufen. Sie hat uns ordentlich den Atem genommen. Aber aufhalten konnte uns das büschen Wind nicht. Und anschließend gab’s Apfelmuskuchen im windstillen Kofferraum des Gründlingschen E-Autos. Das Leben ist ein Abenteuer. Und ein verrücktes dazu.

8. Februar 2020

Den Moment genießen. Mich aufgehoben fühlen bei Herzmenschen. In ihren Umarmungen, ihren Worten, ihrer Herzlichkeit. Endlich einmal wieder über Dinge reden, die das Herz und die Seele bewegen, statt über die oberflächlichen Nichtigkeiten dieser lauttönenden Welt. Zuhören und annehmen – ohne zu bewerten. Die Glücksgefühle wie wunderbaren Kuchen auf der Zunge zergehen lassen. Schön, dass es solche Menschen in meinem Leben gibt.

7. Februar 2020

Lost in work. Zwischen den Zeilen verloren. Aufgegangen in den Worten. Gut versteckt hinter den Bildern meiner Fantasie. Wie gut, dass es davon derzeit mehr als genug gibt.

6. Februar 2020

Sehnsucht zerreißt mir die Seele, verdunkelt meine Gedanken und meinen Tag. Wie kann ich mein Herz von Gefühlen befreien, von denen ich weiß, dass sie absolut aussichtslos sind?

5. Februar 2020

Gerade habe ich noch mit jemandem darüber gesprochen, wie glücklich ich als Frau darüber bin, nicht im 18. Jahrhundert zu leben oder – wie in der spanischen Serie Acacias 38 – im Jahre 1914 oder in einem afrikanischen oder arabischen Land. Wie viel Glück ich hatte, in einem freien Land geboren zu sein, in dem ich lieben kann, wen ich will. Und in dem ich wegen meiner Liebe zu Frauen keinen Repressalien ausgesetzt bin. Sondern im Gegenteil sogar stolz bin, weil ich geliebt und respektiert werde, wie ich bin. Doch da wird in Thüringen die Zeit um fast 100 Jahre zurückgedreht. Zurück an den Anfang einer der schlimmsten Kapitel der Menschheit. Wie wird das weitergehen? Werde ich eines Tages wegen meiner Liebe zu Frauen bedrängt oder gar verfolgt werden? Wird all das, was die Menschen sich an Freiheit und Toleranz und Respekt erkämpft haben, wieder zunichte gemacht werden? Mir macht diese Entwicklung in meinem Land eine Riesenangst!

4. Februar 2020

Je mehr ich schreibe, um so leichter fliegen mir die Worte zu. Es ist wie ein Flirt, ein Liebesspiel mit der Fantasie. Ich brauche mich derzeit nur hinzusetzen und es fließt aus mir heraus. Ohne, dass ich den schwerfälligen Denkapparat einschalten müsste. Ich schreibe, wie es mir in den Sinn kommt, wie ich fühle. Und es scheint anzukommen. Ich weiß, dass ich zu wenig schlafe, weil da stetig etwas in meinem Kopf drängt, das keine Uhrzeit kennt. Aber ich kann momentan nicht anders. Ich muss schreiben, will die galoppierenden Pferden in meinem Kopf nicht stoppen. Denn wird es still in mir, ist die Sehnsucht nach meergrauer Tiefe und ihrem unwiderstehlichen Duft wieder da – fremd und doch so verlockend vertraut.

3. Februar 2020

Heute gibt es den Tagessplitter mal als richtigen Gedankensplitter.

2. Februar 2020

Agostino Steffanis Stabat Mater – ein Meisterwerk italienisch-deutscher Barockmusik! Was habe ich mich auf dieses Stück gefreut: 18. Jahrhundert, eine Zeit, in der Musik die Seele berühren und in den Himmel heben wollte. Der Anfang ist gemacht. Und jeder von uns zehn Sangesverrückten hatte schon bei der ersten Probe für dieses wundervolle Werk Gänsehaut und ein Lachen im Gesicht, das nicht von dieser Welt zu kommen schien.

1. Februar 2020

freiraumblau – Unser kleines Kunstevent rückt näher und lässt mich heute in längst vergangenen Gedankenbildern spazieren gehen. Ich hatte Angst, dass durch das Eintauchen in die Texte der Vergangenheit alte Narben wieder aufbrächen. Doch nichts ist geschehen. Keine Traurigkeit, keine Tränen, keine Sehnsucht. Nur Frieden in mir und mit mir. Ich werde sie lesen können, meine Gedankensplitter. Ohne Reue. Ohne Angst. Und mit einem Lächeln – angesichts so vielschichtiger neuer Gefühle in mir.

31. Januar 2020

Wenn dich bei einem Termin dein Gegenüber mit ihrer Art permanent so triggert, dass du ständig kurz davor stehst, aus der Haut zu fahren, jeder Satz in die Irre geht und du enerviert und leer gesogen anschließend über Mails brütest, die einfach nur dumpfe Gefühle hinterlassen, merkst du, dass du dich völlig verrannt hast und einmal mehr absolut naiv warst. Heute war kein guter Tag.

30. Januar 2020

Eigentlich wollte ich den Schmetterlingen im Bauch wenigstens für einen kurzen Moment davon laufen. Doch sie blieben mir dicht auf den Fersen, warteten bereits an der Haustür auf mich, um schnell wieder in mich zu schlüpfen. Eigentlich wollte ich meinen Kopf endlich einmal ausschalten, meine Fantasie zur Ruhe bringen, das Chaos in meinen Gedanken ordnen, denn die Ungewissheit zermürbt. Doch ich träume den ganzen Tag. Bilder tauchen ungefragt in mir auf, springen wie aufgescheuchte Hühner durch meinen Geist, bringen alles durcheinander. Eigentlich… Leider ist eigentlich so nützlich wie ein Schlauchboot in der Wüste.

29. Januar 2020

Herzrasen beim Blick in meergraue Augen. Wie soll ich mich dabei konzentrieren können? Manche Tage sind angefüllt mit einem besonderen Gefühl, einer faszinierenden Begegnung, die sich in Endlosschleife in jeden Gedanken schleicht. Und mir zeigt, dass ich fühle, dass ich lebe.

28. Januar 2020

Lachen und endlich wieder Musik, Beethovens C-Dur Messe – beides ist eine wunderbare Ablenkung, wenn Bauchkribbeln und Aufregung so ziemlich jeden Gedanken bestimmen.

27. Januar 2020

Eine unglaubliche Vorfreude auf alles, was kommt und mir derzeit begegnet, webt sich in meinen Tag wie ein leuchtender Silberfaden. Und dann purzelt noch die Idee der kreativsten Frau, die ich kenne, mitten in mein Leben und offeriert mir als leidenschaftliche Schreiberin ein neues Projekt, bei dem ich vor lauter Freude Purzelbäume schlage. Und sie will unbedingt mich! Das Karma meint es gerade verdammt gut mit mir.

26. Januar 2020

Es ist unbeschreiblich, wie glücklich die gemeinsamen Momente mit den Laufmützen machen. Es ist, als könnte ich fliegen, grinsen bis zum Mond, die ganze Welt umarmen. Und das Schöne daran ist, dass jeder, der bei unseren Aktionen dabei ist, es ganz genauso erlebt. Es geht eine positive Energie von jedem unserer Treffen aus, die die momentan viel zu oft allzu dunkle Welt ein wenig heller macht.

25. Januar 2020

Lachen inmitten der Besten. Sich wunderbar aufgehoben fühlen zwischen so vielen wundervollen Menschen, die Liebe, Respekt und Engagement sich in ihre Herzen geschrieben haben. Und dennoch könnte ich mir in den Hintern beißen, weil ich selbigen nicht in der Hose hatte, jemanden zu begrüßen. Verpasste Chancen sind die Schwächen, die am meisten ärgern.

24. Januar 2020

Manchmal brauche ich ein bisschen Druck, um mich vor dem Drücken zu drücken. Da hat der kurze Herzstillstand beim Lesen einer Mail gleich in der Früh und das anschließende Kribbeln unter der Haut für einen ungeahnten Motivationsschub gesorgt.

23. Januar 2020

Wenn du deiner besten Freundin etwas erzählen willst, das dir unter der Haut brennt, weil es dir den Schlaf raubt und die Gedanken fesselt, doch just in diesem Moment sich jemand Liebenswertes, doch gerade völlig Überflüssiges zu der kleinen Gesprächsrunde dazu gesellt. Gelassenheit ist eine herausfordernd enervierende Tugend.

22. Januar 2020

Es war, als hätte der Blitz eingeschlagen. Ich war aufgeregt, nervös, habe mich um Kopf und Kragen geredet. Und hätte mir am liebsten den Mund verboten. Oder Watte hineingestopft. Oder wäre mit dem Kopf gegen die Wand gerannt. Im Boden versunken. Ich kann mir nicht erklären, was da in mich gefahren ist. Der perfekte erste Eindruck? Da müssen Sie jemand anderen fragen. Dazu fehlt mir offensichtlich jedes Talent. Dass am Ende trotz allem eine wundervolle Küstenkind-Aussicht herausgekommen ist, ist ein kleines Wunder.

21. Januar 2020

Ich wusste, dass dieser Film mir nahe gehen würde, hatte mich gewappnet. Doch ich habe nicht erwartet, dass er mich so tief berührt, so sehr aufwühlt. Es ist die Langsamkeit des Erzählens, die mich fesselt, das sich Zeit lassen, im Moment sein, es sind die Nahaufnahmen, so dicht, dass ich die Spannung zwischen den beiden Frauen in meiner Seele, in jeder Zelle meines Körpers spüren, sie kaum aushalten konnte. Es ist die Unmöglichkeit einer Liebe, die tiefer, purer und wahrer nicht hätte sein können. Jede Sequenz, jeder Blick hat mich elektrisiert. Augenblicke so intensiv, dass ich auch Stunden später noch mit Tränen dasitze, weil mich das Tosen des Meeres, in das sich der Atem der beiden Frauen mischt, nicht wieder loslässt.

20. Januar 2020

Wir sind eine absolut chaotische, aber liebenswerte Truppe, haben jede Menge Flausen und verrückte Ideen im Kopf und kaum etwas von dem, was wir uns heute Abend ausgedacht haben, ist auch nur halbwegs jugendfrei. Doch trotz ausgiebigem Lachmuskeltraining und so manch zweideutigen Kopfkinospäßen nimmt unser freiraumblau-Event tatsächlich Gestalt an. Und die Aufregung steigt. Und die Angst. Und die Zweifel. Und die Vorfreude.

19. Januar 2020

Du hast mich heute so glücklich gemacht, dass ich hätte die ganze Welt umarmen können. Das Leuchten in deinen Augen, der Schalk, der daraus hervorsprang, dein Streicheln und Festhalten und Küssen. Das musste heute alles aus dir heraus. Du hast gelacht und erzählt. Und ich habe mich dir so nahe gefühlt wie früher, wenn du Quatsch gemacht hast und mich in die Arme genommen und geküsst hast.

18. Januar 2020

Freunde, mit denen ich über Stock und Stein und die ganze Insel laufen kann, mit denen ich Kunstsinniges erschaffen, über Gott und die Welt philosophieren kann, Flirts, die mich anregen, aufregen, erregen, von denen gibt es einige wundervolle in meinem Leben. Doch der eine Mensch, bei dem ich zuhause bin, die eine Frau, bei der ich all die Bilder des Tages ablegen und nur ich – ungeschminkt und pur – sein darf, die fehlt.

17. Januar 2020

Selten habe ich mich auf einen Kinobesuch so gefreut. Ein Film, der meine Sinne und meine Gefühle schon vor dem Sehen heftig anregt und aufwühlt. Noch vier Mal schlafen. Vorfreude und Angst mischen sich zu einem bitter-süßen, kaum zu ertragenden Cocktail in meinem Bauch. Und ich muss mir sagen, es ist nur ein Film. Doch es ist ein besonderer Film, ein Film, wie es ihn so noch nicht gab, voller Tiefe, voller Gefühl, erzählt aus einer rein weiblichen Perspektive. Ich war schon immer sehr sensibel, kann Bilder, Worte und Geschichten bis auf den Grund meiner Seele fühlen.

16. Januar 2020

Ein Treffen mit dem nächsten Laufmützen-Gastgeber made my day. Es geht jedes Mal wieder unter die Haut, wie mitfühlend Menschen für andere sein können und wie wundervoll sie sich für eine gute Sache abholen und begeistern lassen.

15. Januar 2020

Alles kribbelt in mir. Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor dem ersten Schultag. Der Frühlingsgefühlemodus scheint bis zum Anschlag aufgedreht. Und die Sonne gab heute ihren Frühlingsbonus dazu. Ein langer Spaziergang am Strand, eine zufällige Begegnung und ein inspirierendes Gespräch – mehr braucht es nicht, mich glücklich zu machen. Wir wollten beide die Zeit anhalten, damit die Glücksmomente in der Sonne ewig dauerten.

14. Januar 2020

An mir ist am Ende noch eine Grafikerin verloren gegangen. Denn die Einladung für unser freiraumblau-Kunstevent ist selbst ein kleines, minimalistisches Kunstwerk geworden. So der Konsens unseres kleinen, chaotischen Künstlerhaufens. Das puscht und zaubert Glücksgefühl. Das nur all zu schnell von Menschen verbraucht wurde, die meine Kraft ausgesaugt haben wie Vampire. Manche Menschen rauben Energie. Doch sie aus meinem Leben zu verbannen, ist nicht immer möglich.

13. Januar 2020

Ein unterhaltsamer Abend mit interessanten Menschen, in deren Innenleben ich gern tiefer hineinschauen möchte, mit spannenden Gesprächen und der Erkenntnis, dass Kegeln zwar nicht mein Sport ist, aber einen Riesenspaß macht.

12. Januar 2020

Ich gebe zu, nicht alles, was ich für meinen Lebensunterhalt tue, tue ich mit Leidenschaft. Leider! Dieser Tag heute, ich wäre glücklich, wenn ich ihn mit etwas hätte füllen können, das ich mit ganzem Herzen tue. Doch heute habe ich mich zum Schreiben zwingen müssen. Umso heftiger und berauschender sind an solchen Tagen meine Träume, die mich in ruhigen Momenten mit Sehnsucht und einer Bilderflut überschwemmen.

11. Januar 2020

Jetzt ist Weihnachten definitiv vorbei. Baum raus. Freiraum rein. Apropos freiraum… Wenn ich an unser erstes, gemeinsames freiraumblau-Kunstevent denke, kribbelt Aufregung durch meine Adern. Bald ist es soweit. Hoffentlich wird alles gut.

10. Januar 2020

Lachen macht glücklich. Und das Meer. Und die Wolken, die sich heute so schwarz und tief auf das Wasser hinabgesenkt haben, als wollten sie es küssen.

9. Januar 2020

Sich einmal wieder so richtig körperlich auspowern und das freiwillig auch noch unter den sanften bis strengen Augen und Befehlen einer beherzt taffen Frau zu tun – ein wundervolles Gefühl! In dem Wissen, etwas für mich und meine Gesundheit getan zu haben, lege ich darum umso zufriedener meine Beine hoch. Wer weiß, ob ich sie morgen überhaupt hoch bekomme.

8. Januar 2020

Glückstränen in den Augen, während man sich den Bauch vor Lachen halten muss – freiraumblau-Treffen sind jedes Mal etwas ausgesprochen Belustigendes, Inspirierendes, Kreatives. Es ist motivierend, zu erleben, wie unser freiraumblau-Kunstevent Gestalt annimmt. Bald ist es soweit. Und bis dahin wird noch viel gelacht.

7. Januar 2020

Das lang ersehnte Buch ist nun endlich da und ich konnte nicht widerstehen, gleich darin zu stöbern. Es wird helfen, meinen nächsten, großen Traum wahr zu machen. Vorfreude pulsiert wie Brausepulver durch meine Adern.

6. Januar 2020

Mein Gewissen und mein Konto zu beruhigen, habe ich fleißig gearbeitet, geplant und recherchiert. Ich will die Motivation nutzen, die mich derzeit so lustvoll küsst. Es ist, als hätte jemand den Schalter umgelegt. Und seit dem laufen meine Gedanken auf Hochtouren. Überschlagen sich. Keine Sekunde ist Ruhe in meinem Kopf. Ich glaube, Schreiben ist eine inspirierende Droge. Und ich bin süchtig nach ihr.

5. Januar 2020

Heute gibt es den Tagessplitter mal als richtigen Gedankensplitter.

4. Januar 2020

Dem Schneeregen entkommen, indem ich ihm einfach davonlaufe, auf dem Sofa kuscheln, neuen Ideen fürs Schreiben nachhängen, in Dunja Hayalis Haymatland schmökern, einen guten Film anschauen und von einer wunderschönen Frau träumen – ein entspannter Samstag. Von solchen dürfen weitere folgen.

3. Januar 2020

Heute war der Druck endlich groß genug. Groß genug, dass es los sprudelte. Endlich wieder im Fluss. Endlich wieder etwas erschaffen, mit Worten spielen, mit Gedanken.

2. Januar 2020

Ich kann mich nicht aufraffen, endlich anzupacken und loszulegen. Ich verzettele mich, verpuzzel, verdaddel die gute Zeit. Und weiß nicht, wie ich mich motivieren kann. Doch jeden Tag, jeden Abend unterwegs zu sein – das schlaucht. Und ich bin froh für ein paar ruhige Momente. Ich hoffe nur, dass dann auch die Energie wieder kommt.

1. Januar 2020

In der Musik aufgehen und bei guten Gesprächen den Moment genießen – zwei Dinge, die das neue Jahr mit wundervollen Bildern und Eindrücken füllen.

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