Die Laufmützen sind mal wieder am Start. Dieses Mal in einer ganz besonderen Mission. Eine Fackel soll durch ganz Deutschland getragen werden. 6300 Kilometer weit. Von einem Kinderhospiz zum nächsten.

Ausgegangen war die Aktion von einer weltweiten Konferenz zur Kinderhospiz-Arbeit in Südafrika. Nun gibt es Kinder-Lebens-Läufe in vielen Ländern der Welt. Warum? Um aufmerksam zu machen. Auf ein Thema, das viele Familien betrifft, aus der Gesellschaft aber gern ausgeblendet wird.

Laufmützen am Start © Matthias Gründling

Laufmützen am Start © Matthias Gründling

Und die Usedomer Laufmützen übernehmen den Fackelträger-Part für den Greifswalder Kinderhospiz „Leuchtturm“. Denn den unterstützen wir Läufer und Walker von der Insel seit fast vier Jahren. Etwa 30.000 Euro sind seit dem durch Spenden erlaufen worden. Und der Spaß am Laufen für den guten Zweck wächst kräftig weiter.

Für den bundesweiten Kinder-Lebens-Lauf wurde die eigens dafür kreierte Fackel vom Greifswalder Hospiz per Rad, zu Fuß, auf dem Roller, im Rollstuhl und im Segelboot über die ganze Insel bis über die polnische Grenze getragen und wieder zurück nach Freest. Begleitet von unzähligen begeisterten Menschen – knapp 200 Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Deutschen und Polen.

Grenzüberschreitend © Robert Ignaciuk

Grenzüberschreitend © Robert Ignaciuk

Und nun sind ein paar Verrückte von uns Laufmützen auf dem Weg nach Schwerin. Im Gepäck die Lebens-Lauf-Fackel. Denn sie hat einen Empfang beim Wirtschaftsministerium. Beim Herrn Harry Glawe persönlich – Minister für Wirtschaft, Tourismus und Gesundheit. Und da eine Fackel schwer reden kann, reden wir Laufmützen für sie mit ihm. Wir wollen ihm etwas über diese großartige Lauf-Aktion, die Wichtigkeit der Kinderhospizarbeit, über die Idee eines stationären Kinderhospizes in Greifswald und die Laufmützen vorschwärmen. Und davon, dass die Insel Usedom etwas wirklich Tolles auf die Beine stellen kann, von dem sich Jung und Alt begeistern lässt.

Ein unterkühltes Gespräch © Büro Harry Glawe

Ein unterkühltes Gespräch © Büro Harry Glawe

Doch einen Harry Glawe können wir damit nicht wirklich begeistern. Abgeklärt hört er sich an, was die Laufmützen und Anja vom Bundesverband Kinderhospiz ihm erzählen. Seine Miene regt sich nur ab und an. Interesse sieht anders aus. Ein richtiges Gespräch will nicht in Gang kommen. Zumal im kühlen Gegenwind vor dem Schloss. Rein kommen wir trotz Termin nicht. Dabei soll die Palliative Versorgung in MV heute sogar Thema im Landtag gewesen sein, erfahren wir im Nachhinein. Ein Foto mit dem Minister, eine 300-Euro-Spende, dann entschwindet Harry Glawe im teuren Wagen. Wir sind ernüchtert. Ein bisschen mehr Gespräch und Aufmerksamkeit für dieses Thema hatten wir uns dann doch erhofft.

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Erste © Laufmützen

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Erste © Laufmützen

Zur Aufmunterung schnappen wir uns die Fackel und machen eine kleine Laufmützen-Runde durch den Schlosspark mit Schlenker durch den Schlossgarten. Wir werden wieder ein wenig warm. Denn das Warten im zugigen Schlosseingang und das kurze Gespräch mit Harry Glawe in selbigem, zugigem Eingang hat uns ordentlich abgekühlt.

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Zweite © Christina Kämmerer

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Zweite © Christina Kämmerer

Die Schönheit des Schweriner Schlosses und das Laufen bringt uns unsere Leichtigkeit zurück. Fotos müssen natürlich zu Beweiszwecken an allen möglichen Eckchen gemacht werden.

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Dritte © Laufmützen

Laufmützen-Parkrun Schwerin, die Dritte © Laufmützen

Ein Termin wartet noch auf uns. Oder besser: wir auf ihn. Ein Treffen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten und Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann. Eigentlich ein Lauftreffen. Aber das muss aufgrund der langen Wartezeit und der vorgerückten Stunde in ein Gesprächstreffen umgestaltet werden. Wir sind flexibel. Er auch. Obwohl Dahlemann gern mit uns eine Runde gelaufen wäre und sich dafür sogar schnell in seinem Auto umgezogen hätte.

Sympathisch! (Auch, aber nicht nur, wegen der wunderschönen, langen Wimpern. Aber weiter im Text…) Unkompliziert! Offen!

Er stellt sich uns gleich mit Patrick vor. Er ist interessiert. Wirklich interessiert. Am Thema Kinderhospiz-Arbeit, am Kinder-Lebens-Lauf, an den Laufmützen. Er hört zu, weiß Bescheid. Und möchte gern einmal bei einem Lauf der Laufmützen mitmachen. Will schauen, wie er uns weiter unterstützen kann.

Genau das haben wir uns vorgestellt. Dort wollten wir hin. Aufmerksam machen. Gehört und ernst genommen werden.

Ein herzliches Gespräch © Anja Bieber

Ein herzliches Gespräch © Anja Bieber

Wir sind versöhnt.

Glücklich geht’s weiter nach Hanstedt. Von dort startet morgen unser Fackel-Lauf in Richtung Kinderhospiz Calluna in Soltau.

Doch vorher gibt es ein kulinarisches Highlight bei Freunden unserer Oberlaufmützin Christina. Wir fühlen uns aufgehoben und gekugelt. Oder heißt es gemästet? Egal, morgen laufen wir‘s uns wieder ab.

Gut gegessen, ist halb gelaufen © Laufmützen

Gut gegessen, ist halb gelaufen © Laufmützen

Ein schöner Tagesausklang! Mit lecker Limoncello.

Hier is jetzt zappenduster. Gaude Nacht!

Ohne Worte © Sandra Grüning

Ohne Worte © Sandra Grüning