Palazzo di Piero il 5 agosto 2017


Frühstücken in der Bar mit dem besten Freund und seiner Frau – unbezahlbar! Was für ein schöner Start in den Tag. Caffè dopio, cornetto und ein Plausch über Gott und die Welt. Für Freundschaft spielt das Wo keine Rolle. Nur das Wie ist wichtig! Und die Zeit liegt in diesem Moment. Mitten in Rom.

Herzensmenschen © Sandra Grüning

Jetzt kann’s losgehen. Auf in die Toskana. Doch das Warten auf unser Auto wird zur schweißtreibenden Geduldsprobe. Die Schlange vor der Autovermietung ist lang. Wir stehen im 7. Stock eines Parkhauses und können das Prozedere des römischen „Rent a car“ nicht so ganz fassen. So etwas Chaotisches habe ich noch nicht erlebt. Nach eineinhalb Stunden warten bei 40 Grad im Stehen haben wir endlich unser Auto. Zwar nicht das, was wir gebucht haben. Aber egal. Hauptsache überhaupt ein Auto. Doch raus aus dem Parkhaus sind wir deshalb noch lange nicht. Auf sieben Stockwerken kann einem so einiges unverhofft entgegenkommen. Auch in Einbahnausgangsrampen.

Doch irgendwann rollen wir. Schnurstracks in Richtung Toskana. Kaum, dass wir die Grenze von Umbrien überfahren haben, sind sie überall zu sehen, die Alleen mit den Zypressen, die sich die Hügel hinauf schlängeln. Die Auffahrt zu unserem Palazzo di Piero – kalenderreif.

Märchenschloss © Sandra Grüning

Wie einem Märchen entsprungen, erscheint hinter einer Anhöhe das mittelalterliche Schloss mit Laubengängen und Türmchen. Ich tauche ein in eine andere Welt und eine andere Zeit. Dicke, bemalte Wände und Holzdecken, alte Kamine und Möbel, die ganz sicher schon viele Generationen kommen und gehen gesehen haben. Hier ist der Shabby Chic in den Räumen echt. So viele verwinkelte Gänge und Zimmer, dass ich mich immerzu verlaufe.

La dolce farniente mit Zikadengesang.

Ich bin zwar hundemüde und mir ist extrem heiß. Aber mich drängt es, auch draußen mehr zu entdecken. Einmal um den Palazzo. Den Pool finde ich schnell. Knalleblau inmitten der ausgetrockneten Landschaft. Und darin jede Menge Wissenschaftler auf Entspannung und Abkühlung.

Schwimmflügel-Paradies © Sandra Grüning

Innerhalb kürzester Zeit lerne ich 50 Naturwissenschaftler aus der ganzen Welt kennen. Dänemark, Israel, England, Österreich…

Und mir wird bewusst, ich bin hier nicht zu einem Urlaubsausflug eingeladen, sondern zu einer internationalen Konferenz von Zelltodforschern. Inmitten all dieser bin ich mit Sicherheit die einzige Nicht-Forscherin.

Doch eine Weinprobe auf einem Weingut in der Toskana lockert die Zunge. Und die Akkuratesse so mancher Doktoren. Das verspricht, heiter zu werden.

La dolce vita © Sandra Grüning

Heiter auch, weil ich bei einer wunderbaren Zigarre Momente sammle, Menschen kennen lerne und Gespräche bis spät in die Nacht führe, die tiefer gehen als ein „How do you do“. Etwas, was ich liebe. Denn es macht die Momente und das Leben reich.

Buona notte!


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