Erinnerungswolken


Bilderwolken © Sandra Grüning
Erinnerungswolken © Sandra Grüning

So schnell ist Weihnachten vorüber und übrig bleiben einzig die Bilder in meinem Kopf. Und während sich der Christbaum wieder in einen gewöhnlichen Tannenbaum verwandelt, ich die immergrünen Zweige ihres Zierrates beraube, kommen die Erinnerungen wie Wolken, auf denen ich wandern möchte. Erinnerungen an ein wundervolles Jahr. Ein Jahr, wie ich es seit den vergangenen fünf Jahren nicht erlebt habe. Ein Jahr, in dem ich seit unvorstellbar langer Zeit wieder ich selbst war, wieder gespürt habe, wer ich bin, was ich mir wert bin, was ich kann. Ein Jahr, in dem ich so viele Wünsche und Träume hatte und sie Wirklichkeit werden ließ.

Es ist für mich noch immer schwer anzunehmen, dass Menschen auf mich zukommen und mir sagen, dass ich sie tief berühre – mit meinen Worten, meinen Texten. Doch es macht mich gleichzeitig unglaublich glücklich. Und stolz. Und mutig. Mutig, weiterzugehen auf diesem Weg. Trotz meiner Selbstzweifel.

Schreiben ist Leben für mich. Ich könnte ohne nicht sein.

Ich sehe die Bilder des vergangenen Jahres wie die Christbaumkugeln mit ihrem matten Schimmer vor mir. Glücklich machende, berührende, motivierende, traurige:

Meine eigene Firma, ein Buch, wundervolle Projekte, Artikel und Aufträge, Partner auf Augenhöhe, eine Ausstellung mit meinen Texten in einer Kirche, eine Lesung meiner Gedankensplitter…

Ich sehe wunderschöne Orte – bekannte, lieb gewonnene und faszinierend neue: Die Insel, auf der ich lebe, Rostock, Berlin, Potsdam, Rügen, Rom, die Toskana, Montepulciano, Pienza und Florenz, Bern und Stockholm. Hätte mir jemand ein Jahr zuvor davon erzählt, ich hätte ihn für verrückt gehalten. Selbst jetzt noch schaudert es mich bei jedem rückblickenden Sprung ins Ungewisse. Ich habe gelebt und genossen. Jeden Augenblick, bis in die Haarspitzen hinein.

Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt, die mein Leben mit ihrem Dasein bereichern. Mit ihrem Herzen oder ihrem Geist, ihrer Fantasie, ihrer Hingabe oder ihrer anderen Sicht auf die Welt.

Einige sind darunter, die wieder verloren gingen. Weil ich ihnen nichts bedeute, wir nicht nach den gleichen Werten leben, weil sie meine Wunden wieder aufgerissen haben oder ich sie weggestoßen habe, wenn sie mir zu nahe kamen, weil Grenzen überschritten worden sind.

Doch einige sind geblieben. Sie nenne ich Herzensmenschen. Denn sie wohnen in meinem Herzen. Einige von ihnen schon seit vielen Jahren. Andere seit jenem vergangenen Jahr.

Und es gab noch andere Begleiter. Musik war stets mein liebster. Und das Laufen. Und Bücher.

Und das Meer! Egal, ob vor der Haustür, im fernen Rom oder in Stockholm. Mit ihm ist es wie mit dem Schreiben: Ich kann und will nicht mehr ohne sein.

Ich habe aufregende und erregende Momente erlebt, habe Dinge gewagt, die ich bei klarem Verstand für unmöglich gehalten hätte. Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen! Zum zweiten Mal. Und ich habe mich dabei gefühlt, wie ich mich das ganze Jahr über schon bis zu diesem Moment und noch immer fühle:

Frei und glücklich!


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